Ein ganz besonderer Unterrichtstag erwartete am Montag unseren WB10-Musikkurs beim Besuch von Antenne Münster. Empfangen werden wir von keinem Geringeren als dem Radiourgestein Matthias „Matze“ Kamps, der uns zunächst in einen großen Besprechungsraum führt – den Ort, an dem bei Antenne Münster jeden Tag der Radiotag geplant wird.
Ohne Umschweife nimmt Matze uns mit auf eine ebenso unterhaltsame wie informative Reise durch die Welt des Radios: von den Anfängen mit Radio-DJs, die früher die neueste Musik präsentierten, über die veränderten Hörgewohnheiten der Zuhörer:innen und deren Einfluss auf die Titelauswahl, bis hin zur heutigen Radioproduktion. Auch der technische Weg einer Sendung bleibt nicht außen vor – vom Studio A im Norden Münsters, über den Funkturm, bis schließlich ins Radio der Münsteraner:innen.
Natürlich hatten die Schüler:innen viele Fragen:
„Wie komme ich eigentlich zum Radio?“, „Gibt es dafür eine Ausbildung?“, „Muss man schon perfekt moderieren können?“ oder „Wie finanziert sich ein Radiosender?“
Matzes Antworten sind offen, ehrlich – und realistisch. Besonders eindrücklich ist sein Hinweis auf den Arbeitsalltag:
„Frühes Aufstehen sollte dir nichts ausmachen – die ersten Moderator:innen und Nachrichtensprecher:innen starten schon um 5 Uhr!“
Nach gut einer Stunde Gespräch geht es weiter ins Studio B, das sowohl als Backup-Studio als auch für parallele Produktionen genutzt wird. Hier schlägt sichtbar das technische Herz des Senders: das Mischpult mit seinen vielen Reglern, über die Musik, Mikrofone und Telefonanrufer:innen live auf den Sender geschaltet werden. Mehrere Monitore zeigen gleichzeitig die aktuelle Sendung, Verkehrsmeldungen, die Musikdatenbank und den Audioschnitt. Der Raum ist vollständig schallisoliert – von außen dringt kein Geräusch hinein.
Durch die Glasscheibe fällt der Blick ins Studio A, in dem Nils Brambrink gerade die Nachmittagssendung moderiert. Kurz vor den Nachrichten dürfen auch wir hinein. Was von außen wie „einfach nur Radio hören“ klingt, fühlt sich plötzlich ganz anders an: Wir sind mittendrin. Der Adrenalinpegel steigt, als die rote Lampe aufleuchtet, das Antenne-Münster-Jingle ausläuft – und wir live on air gehen.
Gemeinsam mit Sophie Saemann, die wenige Sekunden zuvor das Studio betritt, moderiert Nils die Nachrichten. O-Töne mussten punktgenau eingespielt werden, beide sind hochkonzentriert. In einer kurzen „Rot“-Pause fragen wir Matze, ob ihm oder anderen schon einmal ein echter Fauxpas passiert sei. Die Antwort kommt direkt von Nils:
„Oh nein, ich habe die Blitzer vergessen!“
Doch auch das wird professionell gelöst – nach dem nächsten Song liefert Nils die Information souverän nach. Beeindruckend, wie viele Dinge er gleichzeitig im Blick behält: Moderation, Technik, Telefonanrufe, spontane Schnitte – alles in Echtzeit.
Nach gut zwei Stunden sind sich alle einig: Dieser Besuch war spannend, informativ und absolut beeindruckend. Besonders Matzes Leidenschaft für das Radiomachen war jederzeit zu spüren. Sein Fazit – und gleichzeitig sein Rat an die Schüler:innen – frei nach Udo Lindenberg:
„Das hier machst du nur, wenn du wirklich dafür brennst. Macht euer Ding – und macht es mit Leidenschaft!“
Ein großes Dankeschön an Antenne Münster und insbesondere an Matze Kamps für diesen intensiven Einblick in die Welt des Radios.



