Der WB10-Musikkurs besuchte gestern das WDR Landesstudio Münster und erhielt einen intensiven Einblick in die Produktion der „Lokalzeit Münsterland“, die dort jeden Abend live gesendet wird.

Blick hinter die Kulissen am Vormittag

Empfangen wurde der Kurs von Ton- und Bildingenieur Gerd Bauernfeind sowie Aufnahmeleiter Heiko Eversmeyer. Schnell wurde deutlich, wie viele Berufe an einer einzigen Sendung beteiligt sind: Journalist:innen und Redakteur:innen auf der inhaltlichen Seite, Kameraleute, Ton- und Bildingenieur:innen auf der technischen Seite – dazu Cutter:innen, Maskenbildner:innen und viele weitere. Von vornherein wurde klar: So eine Sendung, die täglich unter Hochdruck produziert wird, funktioniert nur in einem gut eingespielten Team, bei dem jedes Zahnrad ins nächste greift.

Besonders spannend war die Rolle von Heiko Eversmeyer als Bindeglied zwischen Redaktion und Technik: Er koordiniert z. B. die verfügbaren Kamerateams und sorgt dafür, dass redaktionelle Ideen technisch umgesetzt werden.

Gerd Bauernfeind führte die Gruppe ausführlich durchs Studio: Green Screen, Teleprompter, Mikrofone, LED-Screens, Stufenlinsenscheinwerfer – nichts blieb unerwähnt.

Die Regie – Kommandozentrale der Sendung

Nach dem Studio ging es in die Regie. Die Vielzahl an Monitoren und Mischpulten erinnerte eher an die Brücke in Raumschiff Enterprise als an einen Fernsehraum. Gedämpfte Akustik und indirektes Licht sorgen hier für konzentriertes Arbeiten. Links außen sitzt der Ton, daneben wird die Bildabfolge koordiniert und die Kameras gesteuert. Direkt daneben arbeitet die Redaktion und behält den Überblick über den gesamten Ablauf. Ganz rechts werden die Hintergrundbilder für die Studiomonitore eingespielt.

Wie das alles im Live-Betrieb aussieht, sollte sich später noch zeigen.

Besuch im Hörfunkbereich

Auch das Hörfunkstudio stand auf dem Programm, das weiterhin für Podcasts und Hörbuchproduktionen genutzt wird. Dort traf der Kurs auf den Schauspieler und Kabarettisten Christoph Tiemann, Diakon und Social Media Verantwortlichen des Bistums Osnabrück Urs von Wulfen und WDR-Tontechniker Moritz Raestrup, die an einer Audioproduktion arbeiteten. Sie demonstrierten, wie mit Effekten eine Kirchenszene klanglich nachgestellt wird.

Nebenan, im großen, braun gedämmten Aufnahmeraum vor der Glasscheibe entdeckten die Jugendlichen Requisiten für Hörspiele: Treppenstufen, Türklinken, ein Board voller Klingeln. Noch beeindruckender war der schalltote Raum, in dem kaum Schall reflektiert wird – perfekt, um realistische Außengeräusche wie Schritte auf Schnee (Kies unter einem Teppich) oder Wasserplätschern aufzunehmen.

Nach zwei Stunden voller Eindrücke verließ die Gruppe das Studio – vorerst.

Abends: Live bei der „Lokalzeit Münsterland“

Um 19 Uhr begann der zweite Teil des Tages. Schon beim Eintreffen war unklar, ob der für heute eingeplante Studiogast erscheinen würde. Um 19:10 Uhr dann die Absage – vier Minuten Sendezeit mussten kurzfristig gefüllt werden. Texte wurden angepasst, Einspieler verschoben, Abläufe neu strukturiert. Ruhe und Professionalität bestimmten die Atmosphäre.

Dann ein weiteres Problem: Um 19:26 Uhr funktionierte das Mikro der zugeschalteten Moderatorin nicht. Auch dieses Problem wurde schnell gelöst.

Der Countdown lief, die vorherige Sendung endete, und Moderatorin Stephanie Heinrich startete die Sendung. Trotz kleiner Zwischenfälle – ein verrutschtes Lavaliermikrofon, das während eines kurzen Einspielers gefixt wurde, spontane Textänderungen am Teleprompter, die von Stephanie Heinrich on the fly improvisiert wurden – blieb vor der Kamera alles souverän. Hinter den Kulissen herrschte konzentrierte, aber zugleich lockere Teamarbeit.

Nach der Sendung sagte Bildtechniker Martin Bartsch schmunzelnd: „Wir operieren hier ja auch nicht am offenen Herzen!“ – doch bei rund 180.000 Zuschauenden ist höchste Professionalität gefragt. Und die lieferte das Team.

Fazit

Der Tag zeigte eindrucksvoll: Fernsehen ist Teamarbeit auf höchstem Niveau. Planung, Technik, Kreativität und Improvisation greifen ineinander. Selbst unter Zeitdruck bleibt das Team ruhig und lösungsorientiert.

Ein beeindruckender Tag voller Einblicke – herzlichen Dank an alle Beteiligten, besonders an Heiko Eversmeyer und Gerd Bauernfeind, für diese intensive Erfahrung.